Schulstation an der Karl-Weise-Schule

An der Karl-Weise-Schule im Schillerkiez gab es ungefähr 50 Familien, denen es während des Lockdowns im Frühjahr sehr schwer fiel, mit den Kindern einen geregelten Alltag zu organisieren und zusätzlich für die Erledigung der Schulaufgaben zu sorgen. Wir wollen darüber Auskunft geben, wie es uns gelang, diese Herausforderung zu bewältigen und zu versuchen, dass die Kinder auch zu Hause lernen können.

Autor*in: Andrea Schwenn, Schulleiterin der Karl-Weise-Schule, Kontakt: a.schwenn@karl-weise-schule.de

Wandbild in der Karl-Weise-Schule im Schillerkiez (Foto: Karl-Weise-Schule)

Viele der Kinder waren auf sich alleine gestellt und hatten wenig Struktur im Tagesablauf.
Ab 18. März konnten aufgrund des Lockdowns alle Kinder die Schule nicht mehr besuchen. Von einem Tag auf den anderen musste die schulische Bildung nach Hause verlagert werden. Alle KlassenpädagogInnen unserer Schule hatten sich bis zum Beginn der Osterferien schon kreative, individuelle Lösungen überlegt, damit die Kinder an die Schularbeiten kamen. In enger Abstimmung zwischen den KlassenpädagogInnen und der Schulleitung wurden bereits vor den Osterferien die Kinder ausfindig gemacht, die für die PädagogInnen nicht oder nur selten erreichbar waren. Dadurch konnten die Kinder die gestellten Aufgaben nicht erfüllen. Viele der Kinder waren auf sich alleine gestellt und hatten wenig Struktur im Tagesablauf. Konflikte zwischen Kindern im Kiez waren ebenfalls eine Folge der Schulschließung.

Wichtig war uns, dass wir eine persönliche Verbindung zu den Familien hergestellt haben.
Nach den Osterferien verschafften wir uns gemeinsam mit den Sozialarbeiterinnen der Schulstation des Diakoniewerks Simeon einen Überblick und berieten über konkrete Maßnahmen. Eine wichtige Maßnahme war die Einbeziehung der interkulturellen Moderatorin des Deutsch-Arabischen Zentrums, die sich um die Familien mit arabischem Migrationshintergrund kümmert. Wichtig war uns, dass wir eine persönliche Verbindung zu den Familien hergestellt haben, wir versuchten es also mit Hausbesuchen und Telefonaten. Ebenso gab es in der Schule Einzelberatungen für Familien, die mit der Situation sehr belastet waren und für die die Schule als unterstützende Institution sehr wichtig wurde. Dies wurde von den Familien dankbar aufgenommen und so entstand eine engere Verbindung zwischen der Schule und den Eltern.

Durch diese persönlichen Kontakte gab es auch mehr Kontakte zwischen den KlassenpädagogInnen und den Eltern. Regelmäßig wurden Gespräche zwischen KlassenpädagogInnen und Sozialarbeiterinnen geführt, bei denen es um die Kooperation zwischen Eltern und Schule ging. Mit Beginn des Unterrichts im Mai wurde es nochmals wichtiger, dass die Eltern die neuen schulischen Regelungen verstanden, weil es ja noch keinen täglichen Stundenplan gab. Auch hier stellte sich heraus, dass die begonnenen Maßnahmen eine gute Grundlage darstellten. Fast alle Kinder kamen regelmäßig in die Schule und schafften es auch, zumindest wieder eine Regelmäßigkeit im Tagesablauf zu haben sowie langsam den Anschluss an die schulischen Lernaufträge zu finden.

In enger Abstimmung zwischen allen Professionen haben wir die Lernbrücken für die Sommerferien vorbereitet und auch Werbung für die Sommerschule gemacht. Insgesamt konnten wir für 30 Kinder diese Ferienangebote ermöglichen, zusätzlich gab es ein ausgewogenes Sommerferienprogramm der ergänzenden Betreuung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.