MANEGE hilft Bedürftigen

Nach anfänglichen Überlegungen, wie ein Jugendclub gerade in Zeiten von Corona unter den einhergegangenen Einschränkungen handlungsfähig bleiben kann, hat sich der Jugendclub MANEGE vermehrt mit Menschen beschäftigt, die es in dieser schwierigen Zeit noch stärker trifft: Menschen ohne ein Zuhause. Wie der Jugendclub es geschafft hat, bedürftige Menschen zu unterstützen, können Sie in diesem Artikel lesen.

Autor*in: Osman Tekin, Sozialpädagoge und Einrichtungsleiter des Kinder- und Jugendclubs MANEGE

Screenshot von der Webseite www.gabenzaun.de

Am 17. März 2020 haben wir als Initiative ein Online-Plenum abgehalten. Zunächst ging es darum, wie wir uns als Initiative während der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Einschränkungen organisieren. Zwei unserer jüngeren Mitglieder brachten das Thema ein, wie sich das Leben zurzeit für Menschen auf der Straße verändere. Sie waren regelrecht schockiert darüber, dass Menschen keine Unterstützung erhielten, außerdem wurde ihnen bewusst, wie viele Menschen in Berlin ohne Zuhause leben. Sie beobachteten, dass durch die Anti-Corona-Maßnahmen, weniger Menschen unterwegs waren und die wenigen die sich im öffentlichen Raum bewegten, den Kontakt zu Menschen ohne Obdach mieden und deshalb keine Spenden gaben.
So kamen wir als Initiative auf die Idee, die Menschen ohne Zuhause in dieser Zeit unterstützen zu wollen. Zunächst äußerte einer unserer jüngeren Mitglieder, dass es schön wäre, die Menschen mit Essenspaketen zu versorgen und diese an den S- und U-Bahnhöfen auszulegen, um direkten Körperkontakt zu vermeiden und somit die Anordnung der Begegnungsreduktion einzuhalten.

Gabenzäune – eine Idee kommt von Hamburg nach Berlin
Da ich aus Hamburg komme und von dort seit ein paar Jahren den Hamburger Gabenzaun kenne, brachte ich die Idee eines Gabenzauns für Berlin ein, mit dem Unterschied, daraus ein Nachbarschaftsprojekt zu machen, um möglichst viele Menschen mit Bedarf zu versorgen. So entstand die Idee von Kiez-Gabenzäunen, die durch die Anwohnerinnen gepflegt und mit Lebensmitteln bestückt werden, damit die Anwohnerinnen gemeinsam dafür Sorge tragen, dass „ihr” Gabenzaun die Menschen* versorgt, die in ihrer direkten Umgebung Bedarf haben, ohne dass die Anordnung des Mindestabstands missachtet wird.

Online organisieren und lokal agieren
Wir waren alle von der Idee überzeugt und initiierten am 18.03. vier Gabenzäune in Neukölln: in der Herrfurthstraße, am S-Bahnhof Hermannstraße, am Reuterplatz und Boddinplatz. Wir gründeten zwei Telegramm-Gruppen für Neukölln und Kreuzberg und machten am nächsten Morgen einen Post auf unserer Facebook-Seite.
Die Idee verbreitete sich so schnell, dass wir kaum hinterher kamen, all die Nachrichten zu beantworten. Wir entschieden uns, den interessierten Menschen zu raten, sich in Online-Gruppen je Kiez zu organisieren. So entstanden auch weitere Berliner Gruppen, die wir in unserem Post veröffentlichten. Mittlerweile haben wir diese aber wieder gelöscht, da wir mit Hilfe eines Freundes vor einer Woche eine Website gestaltet haben, auf der wir versuchen, all die uns bekannten Gabenzäune und Gruppen zu veröffentlichen www.gabenzaun.de . Wir selber haben uns nach dieser aufregenden Zeit wieder darauf konzentriert, „unsere“ Gabenzäune mit all den anderen lieben Menschen zu pflegen und versorgen.

Mehr Infos zur Gabenzaun-Initiative

Kontakt
Kinder- und Jugendclub DIE MANEGE auf dem Campus Rütli
Rütlistraße 1–3, 12045 Berlin
Tel. 030 62 98 29 70, E-Mail: manege@tjfbg.de
Zur Webseite

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